Sechs Ruderer aus Bayern traten bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Shanghai an: Oliver Zeidler (früher DRC Ingolstadt, jetzt Germania Frankfurt), Joachim Agne und Fabio Kresse (beide Akademischer Ruderclub Würzburg), Florian Koch (Donau Ruderclub Ingolstaft), Kaspar Virnekäs und Tom Tewes (beide Münchner Ruderclub). Tom Tewes fuhr als Ersatz mit. Bei den U23-Europameisterschaften im tschechichen Racice ging aus Bayern nur Sophie Egger (Rudergesellschaft München 1972) an den Start.
Famoses Einer-Finale: Nur Ntouskos ist schneller als Oliver Zeidler
Nach seinem Olympiasieg 2024 in Paris hat sich Oliver Zeidler in diesem Jahr voll auf sein Studium konzenztriert und die Wettkämpfe ausgelassen. Bis auf die WM in Shanghai. Dafür räumte er sich nur acht Wochen fürs Training frei - und ruderte in einem atemberaubenden Rennen auf Platz 2. und nur knapp an seinem vierten Weltmeister-Titel vorbei.

Bei der Siegerehrung: Oliver Zeidler mit seinem Vater und Trainer Heino Zeidler. Foto: meinruderbild
Der DRV schreibt auf rudern.de: "Der Männer-Einer erlebte ein A-Finale, das in dieser Dichte und Geschwindigkeit wohl als einzigartig in die Geschichte eingehen wird – mit einem Sieger, den kaum noch jemand auf der Rechnung gehabt hatte, weil er seit seinem Olympiasieg von Tokyo 2021 wenig erfolgreich gewesen war. Stefanos Ntouskos holte in 6:36,75 Minuten die erste griechische WM-Goldmedaille seit 2014. Hauchdünn dahinter gewann Oliver Zeidler (Frankfurter RG Germania) in 6:37,17 Silber. Bronze ging an Yauheni Zalaty (AIN) in 6:38,60, gefolgt von Simon van Dorp (Niederlande) auf Rang vier in 6:40,53."
„Ich war schon zufrieden, dass ich nach acht Wochen WM-Vorbereitung das A-Finale erreicht habe", sagte Olier Zeidler gleich nach dem Rennen: "Dass ich mit Edelmetall rausgehe, ist ein sehr schöner Bonus.“ Nun kehrt der 29-Jährige wieder ins MBA-Studium nach Lausanne zurück, Ende des Jahres wird er es abschließen. „Ich nehme ganz viel Motivation mit. Bei einer Goldmedaille hätte ich sagen können, acht Wochen Training reichen auch. So bin ich heiß auf die neue Saison.“r. Sein Vater und Trainer Heino Zeidler freut sich schon „auf die nächste Saison mit den Weltmeisterschaften in Amsterdam.“
Joachim Agne erkämpft im Leichten Doppelzweier Bronze
Für Joachim Agne (Akademischer Ruderclub Würzburg, auf dem Foto rechts) war es in Shanghai die fünfte WM-Medaille seiner Leichtgewichtskarriere. Eigentlich wollten Joachim Agne und Paul Maissenhälter im Finale des Leichtgewichts-Doppelzweiers der Männer angreifen, aber am Ende war das Ergebnis der vier Boote deckungsgleich mit dem des Bahnverteilungsrennens wenige Tage zuvor. China wurde überlegen Weltmeister (6:44,90 Minuten), Indonesien holte sich den Silber-Rang (6:47,40), und für das deutsche Boot sprang Bronze heraus (6:50,24). „Nach dem etwas schwächeren Rennen zu Beginn der WM hat sich der Doppelzweier heute deutlich verbessert", so Andreas Holz, der Trainer und Agnes Vereinspräsident: "Mit etwas höherer Schlagzahl sind sie näher an den führenden Booten dran gewesen. Auf den letzten Metern sind sie nochmal an die zweitplatzierten Indonesier rangefahren. Wir sind mit dem Rennen zufrieden.“
Fabio Kress Vierter im leichten Einer
Im Leichtgewichts-Einer gehörte Fabio Kress zu den Medaillenanwärtern. Er ist bei dieser WM der zweite Ruderer aus dem Akademischen Ruderclub Würzburg, und auch er wird von seinem Präsidenten Andreas Holz trainiert. In einem spannenden A-Finale musste er sich mit dem vierten Platz zufriedengeben. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich bin engagiert los und konnte mich gut auf mein eigenes Rennen konzentrieren. Der vierte Platz ist undankbar, gleichzeitig bin ich eins meiner besten Rennen gerudert“, sagte Kress. „Ich bin sehr zufrieden, weil Fabio alles gegeben hat“, kommentiert Andreas Holz das Rennen. „Über den vierten Platz kann man sich am wenigsten freuen, ohne Medaille tut alles doppelt so weh. Aber er wird sich schnell erholen und kann stolz auf seine Leistung sein.“
17 Hundertstel fehlen dem Frauen-Achter zum dritten Platz
Florian Koch vom Donau Ruderclub Ingolstadt ist in der Riege der deutschen Top-Steuerleute angekommen. Bei der WM steuerte er den Frauen-Achter. Der meldete sich in Shanghai auf eindrucksvolle Weise zurück in der Weltspitze. Erst wenige Schläge vor dem Ziel des A-Finales fiel das deutsche Boot (6:12,83 Minuten) vom Bronze-Rang auf Platz vier hinter Großbritannien (6:12,66 min) zurück. Gerade mal 17 Hundertstelsekunden fehltenfür die Sensation. „Das ist ein gutes Ergebnis, wir können alle stolz auf uns sein. Es ist schade, wenn man die Medaille, die man schon fast in Händen hält, noch so knapp verpasst. Aber so ist der Leistungssport“, sagte Tabea Schendekehl, die wie das gesamte Team auf dem Bootsplatz zahlreiche Glückwünsche einsammelte. Der Frauen-Riemen-Bereich mit dem wiedergeborenen Flaggschiff kann optimistisch in die Zukunft blicken. „Wir haben gezeigt, was in uns steckt. Das war ein guter Start in den neuen Olympiazyklus“, meinte Schendekehl.
Kaspar Virnekäs im Männer-Zweier im C-Finale
Im Männer-Zweier ohne mussten Kaspar Virnekäs und Simon Schubert (Münchener RC und TU Dresden Abt. Rudern) angesichts der starken Konkurrenz nicht unerwartet einen schweren Stand und mussten ins C-Finale. Von Beginn an gerieten beide ins Hintertreffen, vom fünften Platz kamen sie im Verlauf des Rennens nicht mehr weg. Der Rückstand wuchs stetig an und so reichte bei 13 Sekunden Rückstand auf den Sieger auch die Endzeit von 6:34,30 Minuten bei weitem nicht, um sich für das Halbfinale der zwölf besten Teams zu qualifizieren.
Sophie Egger Vize-Europameisterin U23 im neuen Mixed-Achter

Bei der U23-EM in Polen (6. bis 7. September) hatte Sophie Egger (Rudergesellschaft München 1972, auf dem Foto links) einen Doppelstart. Mit Lisa Nagler (Ulmer RC Donau) startete sie im Zweier ohne, und sie kamen nur ins B-Finale. Doch die beiden wurden auch für den neuen Mixed-Achter ausgewählt, bei dem Sophie Egger auf die Schlagposition kam. Die Mannschaft hatte erst auf der EM zusammen gerudert. Mit Platz zwei eine gute Länge hinter Sieger Rumänien konnte das erst in Racice gebildete DRV-Boot zufrieden sein. Bronze holte Tschechien.
wbo mit rudern.de / Fotos meinruderbild, privat
veröffentlicht am Montag, 29. September 2025 um 23:49; erstellt von Bock, Willi
letzte Änderung: 29.09.25, 23:55